Malkasten

Es ist schon ein Wunder, wie die Natur die Haut des Chamäleons ausgestattet hat. Einem Malkasten ähnlich, befinden sich zwischen Leder- und Oberhaut drei bewegliche, pigmenthaltige Hautzellenschichten, die Chromatophoren. Sie liegen unter der Oberhaut in einigen Schichten übereinander und enthalten Zytoplasma, in dem sich Farbstoffe befinden. Es handelt sich um die Melanophoren - hier sitzen die Melanine, durch welche die braun-schwarzen Töne sichtbar werden -, die Xanthophoren (bzw. Erythrophoren) - sie enthalten zum Beispiel Carotinoide, durch die die Orange-/ Gelbtöne sichtbar werden und Guanophoren mit dem Farbstoff Guanin, welcher die Möglichkeit hat, Licht zu brechen und damit blaue Farbe erzeugen kann. 

 

Die Steuerung dieser Farbzellen erfolgt nerval. Sie können sich zum Beispiel bei Stress zusammenziehen und die braun-schwarzen Farbtöne werden sichtbar, dadurch wirkt das Chamäleon dunkel. Wenn es sich wieder beruhigt - also in Ruhephasen - entspannt sich die Haut, dehnt sich wieder aus und dadurch werden die Orange-/ Gelbtöne sichtbar.

 

Ich finde interessant, dass Chamäleons häufig in Trickfilmen oder Comics so dargestellt werden, als könnten sie ihre Körperfarbe dem einfarbigen Unter-/ Hintergrund blitzschnell anpassen. In der Realität ist ihnen das nicht möglich, denn der Farbwechsel drückt den Gemütszustand der Tiere aus. Das Gegenüber des Chamäleons erkennt daran z. B. die Paarungsbereitschaft, die Trächtigkeit bei einem Weibchen, Stress, Kampfbereitschaft, Unterwerfung oder einfach nur die Normalität. Mit Hilfe der Möglichkeit des Abdunkeln der Haut kann das Tier auch seine Temperatur regeln.

Quellen:

Fühlt sich ein Chamäleon angegriffen zum Beispiel durch sein eigenes Spiegelbild oder durch einen vermeintlichen Angreifer kann es seine Gefühle sehr gut zum Ausdruck bringen. Es faucht mit weit geöffnetem Maul und beisst auch herzhaft zu, sobald man ihm zu nahe kommt. Dieses kann sehr schmerzhaft sein und man darf nicht vergessen, dass sich durch die Futtertiere viele Keime und Bakterien im Maulraum aufhalten, die durch den Biss in die eigene Blutbahn geraten können.

 

Sollten Chamäleons sich derart bedroht fühlen, dass ihre Drohgebärde, das Aufreissen des Mauls, das Aufblähen des Bauchraums und das Verändern seiner Körperfarbe, nichts bringt, stellen sie sich einfach tot. Dieses nennt man Thanatose und gemeint ist damit eine Schreckstarre, eine krampfartige Starre bei Gefahr. Das Chamäleon verändert gleichzeitig seine Hautfarbe und wird fast komplett schwarz und damit unattraktiv für den Fressfeind, da er ungenießbar erscheint.

 

Erstarren nutzen Chamäleons auch, um sich zu Verstecken. Sie versuchen so wie ein Blatt auszusehen oder können sich auch so schlank wie ein Ast machen. Dabei versuchen sie sich optisch ihrer Umgebung anzupassen.

 

Kleine lustige Geschichte aus dem Leben mit meinem Chamäleons dazu:

Regelmäßig wenn ich bei mir im Wohnzimmer - ohne in die Nähe des Terrariums zu kommen - Staub sauge, läuft Legolas sponton zu einem recht dicken Ast, flacht sich ab und bleibt dort so lange versteckt, bis ich das Zimmer wieder verlassen habe. In dieser Zeit verfolgen seine Augen mich bzw den Staubsauger unentwegt. Er sieht in dem Staubsauger optisch eine potentielle Gefahr, denn das Geräusch kann ihn kaum stören, da Chamäleons schwerhörig sind.


Novitates!

30.05.17 Was ist denn das Schwarze auf seiner oberen Kauleiste?

14.05.17 Legolas springt mir vom Arm, als ich ihn in sein Außengehege setzen will....

15.01.17 Legolas hatte ein Problem mit einer Stabheuschrecke!


- Meldepflicht nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen



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